Bunker basteln leicht gemacht

Ein 3D-Druck- und Bemalprojekt für Fallout: Wasteland Warfare. Im Fokus steht nicht nur der 3D-Druck, sondern vor allem die Bemalung: realistisch, verfallen, stimmungsvoll – ganz im Stil des Fallout-Universums. Und das Beste: Jeder Bastlerin kann das umsetzen!
Ein Vault aus dem Drucker: Für dieses Projekt haben wir einen kompletten Vault-Abschnitt selbst 3D-gedruckt – inklusive Wänden, Türen und modularen Details im typischen Fallout-Look. Die STL-Dateien stammen von Modiphius, dem offiziellen Hersteller von Gelände und Zubehör zu Fallout: Wasteland Warfare.
Die Idee war, ein Diorama zu schaffen, das sich nahtlos ins Ödland einfügt – mit abgeplatzter Farbe, Rost, verwitterten Postern und einem authentischen Used-Look.
🖨️ Der 3D-Druck
1. Alles auf Standard
Jetzt wird es langweilig, denn die Vault Wände von Modiphius lassen sich sehr gut drucken. Die Wände wurden auf einem Prusa Core One in PLA gedruckt mit folgenden Eckdaten:
- High-Flow 0,4 Nozzle
- Standard 0,20mm Speed Profil
- Generic PLA Profil
- Skalierung: 100% – keine Anpassung
2. Ein wenig Unterstützung wäre fein…
Ganz ohne Supports kommt man nicht aus, aber das ist auch schnell gemacht. Die Stützen am besten selber aufpinseln, so wird nicht jeder kleine Vorsprung als supportwürdiges Material deklassiert.
UTILITY_DOORWAY -> Türbogen generell sind super im „Baumsupport“ zu drucken.
UTILITY_WALL -> Nahtloser Support aufmalen an den herausragenden Stellen.
UTILITY_SUPPORT -> Nahtloser Support vom Druckbett aus reicht.
Für das ikonische Vault-Tor wurde ein Resin-Drucker (Elegoo Saturn S) verwendet. Die Stützstrukturen mussten manuell erstellt werden – Chitubox übernimmt das jedoch nahezu automatisch.

3. Kleiner Tipp zum Drucken
Die Wände sind wirklich druckerfreundlich, selbst das manuelle Aufmalen des Supports ist direkt offensichtlich und lässt sich im Slicer schnell umsetzen.
Für den privaten Gebrauch sind die eingebetteten Copyright-Hinweise eher optional – ein schlanker Druck spart Zeit und Material. Im Prusa Slicer – und vermutlich in den meisten anderen Programmen ebenfalls – lassen sich eigene Formen ganz einfach einfügen.
- Hier fügen wir einen Kubus ein, der den Copyright-Text überdeckt
- Passen die Maße des Kubus entsprechend an, so dass keine anderen äußeren Elemente der STL überdeckt wird.
- Dann markieren wir beide Objekte mit gehaltener Shift-Taste (die rechte Objektleiste hilft dabei).
- Rechtsklick -> Zusammenführen. Et voilà: Der Boden ist glatt.

Unten: mit einem Kubus zusammengeführte Wände
4. Fehlt da nicht was?
Die Boden-Elemente werden nicht gebraucht. Zum Aufstellen wurde die passende Matte von Pwork Wargames genommen.
🎨 Die Bemalanleitung
Hier kommt die Schritt-für-Schritt-Beschreibung, wie wir das Vault-Gelände bemalt haben – mit einfachen Mitteln, aber großem Effekt. Die Technik kombiniert Tabletop-Basics mit Modellbau-Tricks für einen richtig schön postapokalyptischen Look.
1. Grundierung
Das gesamte Modell wurde schwarz grundiert – das ist wichtig, damit die Salzmethode und spätere Farbschichten überzeugende Kontraste erzeugen.





2. Salzmethode (Chipping-Technik)
Danach haben wir die Salzmethode eingesetzt, um realistisch abgeplatzte Farbe darzustellen: Das Modell wurde mit Haarspray eingesprüht. Anschließend wurde grobes Salz aus einer Mühle gleichmäßig auf die noch feuchten Oberflächen gestreut. Danach folgten zwei Grautöne aus der Sprühdose: Mittelgrau für die Basis Hellgrau von oben, um Lichteffekte und Verläufe zu erzeugen Bei den Vault-Türen kam statt Grau ein kräftiges Blau aus der Spraydose zum Einsatz – alle weiteren Schritte sind identisch. Nach dem Trocknen wurde das Salz mit warmem Wasser und einer Zahnbürste entfernt. Das darunterliegende Schwarz kommt an den Abplatzungen zum Vorschein und sorgt für eine realistische Abnutzung.
3. Gelbe Markierungen
Für Markierungen wie Zahlen oder Warnstreifen: Direkt mit gelber Acrylfarbe einen Overbrush auftragen. Dabei mit wenig Farbe und trockenem Pinsel arbeiten – das ergibt den typischen Fallout-Look: abgenutzt, fleckig, aber deutlich sichtbar.
4. DIY-Washes
Schwarz & Orange Das gesamte Modell wird zuerst mit einem selbstgemischten schwarzen Wash überzogen (z. B. Tinte + Wasser + Tropfen Spüli). Noch während der schwarze Wash feucht ist, wird vollflächig ein oranger Wash über das komplette Modell aufgetragen – nicht nur punktuell.
Diese Kombination bringt Tiefe und direkt erste Rosttöne ins Modell – besonders an Kanten und Übergängen.
5. Dirty Down Rust
Für gezielte Rosteffekte auf metallischen Teilen: Dirty Down Rust wurde direkt aufgetragen – v. a. an Kanten, Bolzen, Gittern, Griffen. Mit einem Föhn getrocknet, damit die typischen Ränder und Rosttexturen schön herauskommen.
6. Fallout-Poster & Details
Keine Vault-Wand ohne passende Propaganda-Poster: Fallout-Motive wurden verkleinert, ausgedruckt und mit abgeflämmten Rändern bzw. Knicken künstlich gealtert. Danach mit Leim oder Matt Medium aufgeklebt. Zum Schluss kam ein Sepia-Wash von Army Painter darüber, damit sie schön alt und vergilbt wirken.
7. Metall-Akzente mit Silber
Um den metallischen Bereichen mehr Tiefe zu geben: Mit einem Schwämmchen wurde Silberfarbe (z. B. Gun Metal) an Kanten und Griffen punktuell aufgetupft.
8. Pigmente – Staub & Rost
Zum Abschluss wurden orange, beige und rostfarbene Pigmente trocken aufgetragen, um Staub, Schmutz und Rostschichten zu simulieren.
9. Mattlack zum Fixieren
Das Modell wurde abschließend mit Mattlack versiegelt, um die Pigmente und Farben dauerhaft zu fixieren.
🖼️ Ergebnis
























🎯 Fazit
Das Projekt hat uns sehr viel Spaß gemacht und ist ein tolles Beispiel, wie 3D-Druck und klassisches Bemalen zu einem echten Hingucker verschmelzen. Das Fallout Vault passt perfekt ins Wasteland und lädt zum Spielen und Präsentieren ein.
🛍️ Einkaufsliste
🧱 Vault: Wände, Türen, Tore, Atrium, Möbel uvm. könnt ihr bei Modiphius beziehen.